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Darum jubeln die Anleger nach der Fed-Sitzung im März

Der Offenmarktausschuss der Federal Reserve, der geldpolitische Arm der Federal Reserve, hat gerade seine Zinsentscheidung und die Wirtschaftsprognosen von seiner März-Sitzung bekannt gegeben.

Während praktisch alle Experten erwarteten, dass die Fed den Leitzins nahe Null belassen würde, waren die neuesten Konjunkturprognosen des FOMC das große Fragezeichen in dieser Sitzung. Diese zeigen, ob die Mitglieder des Ausschusses in den nächsten Jahren mit steigenden Zinsen und Inflation rechnen, und wenn ja, wann und um wie viel. Und wir haben gerade unsere Antworten bekommen.

Gebäudeeingang der Federal Reserve.

Bildquelle: Getty Images.



Zinssätze haben sich nicht geändert

Hier ist der Teil, der ist nicht eine Überraschung. Das FOMC beschloss, den Leitzins bei einem Zielsatz von 0% bis 0,25% zu belassen. Die Entscheidung fiel unter den 10 Abstimmungsteilnehmern einstimmig.

Es gibt nur wenige Dokumente im Finanzbereich, die genauer analysiert werden als die Erklärung des FOMC, die mit jeder Zinsentscheidung veröffentlicht wird. Im Vergleich zu der im Januar veröffentlichten Erklärung wurden zwar nur wenige Änderungen vorgenommen, jedoch einige bemerkenswerte Änderungen.

Erstens räumte die Fed in der Erklärung ein, dass sich das Tempo der wirtschaftlichen Erholung in den letzten Monaten nach oben gedreht hat, während in der Erklärung vom Januar gesagt wurde, dass sich das Tempo „gemäßigt“ habe. Und zweitens hat die Fed ausdrücklich darauf hingewiesen, dass 'die Inflation weiterhin unter 2% liegt'.

Die Prognosen der Fed sind hier die wahre Geschichte

Die Anleiherenditen sind im letzten Monat oder so rasant gestiegen. Ohne zu technisch zu werden, ist dies ein wichtiger Grund, warum hoch bewertete Technologiewerte in letzter Zeit unter Druck geraten sind. Einer der Gründe ist, dass die Anleger befürchten, dass die Inflation im Zuge der Normalisierung der Wirtschaft steigen wird, was dazu führen könnte, dass die Fed die Zinsen schneller und stärker als erwartet anhebt. Nun, wir haben endlich einen Blick darauf geworfen, wo die politischen Entscheidungsträger das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP), die Arbeitslosigkeit, die Inflation und die Zinssätze in den nächsten Jahren sehen:

  • Die Fed sieht ein BIP-Wachstum von 6,5 % im Jahr 2021 und eine Abkühlung auf 3,3 % bzw. 2,2 % in den Jahren 2022 bzw. 2023.
  • Die Fed erwartet, dass die Arbeitslosenquote Ende 2021 bei 4,5% liegen wird, was ziemlich beeindruckend ist, wenn man bedenkt, dass sie auf dem Höhepunkt der Pandemie über 13% lag. Danach sinkt die Arbeitslosigkeit noch weiter auf 3,9% im Jahr 2022 und 3,5% im Jahr 2023.
  • Die Fed sieht für 2021 eine Gesamtinflation von 2,4 %, was zwar leicht über dem genannten Ziel von 2 % liegt, aber nicht gerade Anlass zur Sorge gibt. Und es sind die Prognosen von 2 % bzw. 2,1 % Inflation in den nächsten zwei Jahren, die den Anlegern aufatmen lassen.

Nun zu den Zinssätzen. Das FOMC veröffentlicht auch seinen „Dot Plot“, der zeigt, wo jedes seiner Mitglieder (anonym) die Federal Funds Rate Ende 2021, 2022 und 2023 sieht.

  • Für 2021 glaubt kein FOMC-Teilnehmer, dass die Zinsen steigen sollten. Alle Beteiligten halten den aktuellen Zielkorridor von 0 % bis 0,25 % für angemessen.
  • Im Jahr 2022 gibt es einige (vier von 18), die der Meinung sind, dass wir eine oder zwei Zinserhöhungen durchführen sollten, aber der überwältigende Konsens fordert immer noch keine Zinserhöhungen im nächsten Jahr.
  • Mit Blick auf 2023 (was die meisten Anleger beunruhigt hatten) sieht die Mehrheit der FOMC-Teilnehmer (11 von ihnen) immer noch keine Zinserhöhungen. Zwar gibt es einige, die der Meinung sind, dass vor Ende 2023 mindestens eine Zinserhöhung erforderlich sein wird, aber das wahrscheinlichste Szenario bleibt bis mindestens 2024 ein Tiefststand der Federal Funds Rate.

Die Quintessenz

Der Federal Funds Rate bleibt in einem Zielkorridor von 0 % bis 0,25 %, dem niedrigsten Wert, der ohne negativen Wert sein kann. Die Prognosen gaben uns jedoch wertvolle Einblicke in die Richtung, in die sich die Geldpolitik und die US-Wirtschaft insgesamt in den nächsten Jahren entwickeln könnten.

Am wichtigsten ist, dass die Fed damit rechnet, dass die Inflation auf absehbare Zeit unter Kontrolle bleibt und dass die Leitzinsen bis mindestens 2024 nahe Null bleiben werden. Das wollten die Anleger hören, und deshalb haben wir Aktien gesehen (insbesondere der techniklastige Nasdaq) springen nach der Ankündigung.



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